Baugrund 

Nur wer den Untergrund kennt, kann erfolgreich bauen

Die vorhandene Bebauung im Münchner Stadtgebiet macht eine tiefe Lage des neuen Stammstreckentunnels notwendig. Vorteil für die Planer: Für die Tunnelbauten der U-Bahn und der bestehenden Stammstrecke wurde der Baugrund unter der Innenstadt bereits in der Vergangenheit ausführlich erkundet. Aus diesen Untersuchungen wurden wichtige Erkenntnisse zur Geologie des Münchner Untergrunds gewonnen.

Der geplante Trassenverlauf der 2. Stammstrecke weicht jedoch von dem der U-Bahn und der bestehenden Stammstrecke ab. Deshalb wurden noch einmal umfangreiche Baugrunduntersuchungen entlang der geplanten Trasse durchgeführt.

Baugrunduntersuchungen

Bevor ein Bauprojekt wie die 2. Stammstrecke realisiert wird, ist es wichtig, den Baugrund genau zu kennen. Deshalb werden Baugrunduntersuchungen durchgeführt, zum Beispiel mit Hilfe von Bohrungen und labortechnischen Untersuchungen. Sie beantworten unter anderem folgende Fragen: Wie ist der Boden beschaffen? Welche Gesteine und Sedimente befinden sich hier und welche Eigenschaften haben diese? Wo steht das Grundwasser? Schwankt der Grundwasserstand?

Die Auswertung der Untersuchungen erfolgt nach DIN-Vorschrift. Aus den Untersuchungsergebnissen lassen sich die zulässigen Belastungen des Baugrundes und die zu erwartenden Setzungen der geplanten Bauwerke und der Umgebung rechnerisch ermitteln. Die Ergebnisse haben zum Beispiel unmittelbaren Einfluss darauf, welche Bauverfahren und -materialien eingesetzt werden und ob der Baugrund in bestimmten Bereichen gesichert werden muss. Letztendlich entscheidet sich auch durch die Baugrunduntersuchungen, ob das geplante Bauprojekt möglich und realistisch umsetzbar ist.

Erkundungsbohrungen für die 2. Stammstrecke

Für den Bau der 2. Stammstrecke fanden seit dem Jahr 2004 insgesamt sechs Erkundungskampagnen mit 227 Aufschlussbohrungen in einer Tiefe von bis zu 95 Metern statt. Zusätzlich wurden geotechnische Laboruntersuchungen zum Beispiel zum Quellverhalten und Verkleben von Tonen sowie der Schmirgelwirkung von Sanden (sogenannte Abrasivität) durchgeführt.

Darüber hinaus gibt es ebenfalls seit dem Jahr 2004 eine regelmäßige Messdatenerfassung von 143 extra für das Projekt eingerichteten Grundwassermessstellen. Sie liefern rund 30.000 Messwerte im Jahr.

Ergebnis der Untersuchungen

Im Ergebnis bestätigten die Bohrungen die bekannte Geologie des Münchner Untergrunds. Er ist heterogen aufgebaut, das heißt es gibt Wechsellagerungen von Schotter-, Sand-, Ton-, Schluff- und in geringem Umfang auch Kiesschichten. In einigen Bereichen sind die Böden durch Kalk zu Festgestein verfestigt. Die wechselnden Bodenschichten sind von verschiedenen miteinander in Verbindung stehenden „Grundwasserstockwerken“ durchzogen.

Aus den Ergebnissen der Untersuchungen wurden die anzuwendenden Bauverfahren und -materialien sowie notwendige Sicherungsmaßnahmen des Baugrundes und der vorhandenen Bebauung abgeleitet. Wegen der recht großen Tiefe des Tunnels und der unterirdischen Stationen ist zudem ein großer Druck zu berücksichtigen.

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